Monat: August 2015

DIE PATENKLASSE: AIKIDO, KRIEG UND ANDERE BAUSTELLEN

Der Donnerstag Morgen der Patenklasse verlief – Überraschung! – ruhig und konzentriert. Die beiden Aikido-Trainer*innen Henrike Schmidt und Marco Köhler aus Jena setzten einen Kontrapunkt zum Boxen: Sie erläuterten, dass Aikido die Idee des Friedens in sich trage und weder Sieg noch Niederlage bewirke, sondern das Umleiten der gegnerischen Energie. Das Gegenüber wird respektvoll aber bestimmt zum Boden begleitet. Aber hält diese Art der Kampfkunst auch den Realitätstest aus, wenn man tatsächlich unvermittelt angegriffen wird?

Nach 90 Minuten Aikido-Training war jedenfalls klar: Es ist nicht minder schweißtreibend als Boxen und fordert eine Menge Geschick und Koordination.

Am Abend dann ein ganz neuer Schauplatz: Das Stellwerk im Bahnhof, wo sich die Klasse »Riding on a Cloud« von Rabhi Mroué mit der Klasse ansahen. Kein leichter Stoff, geht es doch um den Libanonkrieg und die Geschichte eines Mannes, der in diesem Krieg Opfer eines Heckenschützen wurde und nur mühsam seine körperlichen und geistigen Kräfte wieder zusammen sammelt. Sarah am nächsten Morgen über das Stück: »Ich hatte ziemliche Stimmungsschwankungen beim Gucken: Zuerst war mir langweilig, dann kamen mir die Tränen, dann war mir wieder langweilig, dann fand ich’s richtig spannend.«

Zum krönenden Abschluss gingen wir am Freitag ins DNT Weimar, um uns dort von Conny und Jasmin aus der Maskenabteilung das Schminken von Wunden zeigen zu lassen. Also ran an Wachs, Kunstblut und Puder. Das erschreckend realistische Ergebnis gibt es hier:

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Performdingsda! Hallo She She Pop!

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Vor Ihrer Vorstellung »Testament − verspätete Vorbereitungen zum Generationenwechsel nach Lear« besuchten She She Pop die sehr junge Jury. Fanny Halmburger und Lisa Lucassen antworteten auf brennende Fragen wie:
Ihr seid ja keine Schauspielerinnen, sondern Perform…, Performdingsda. Was ist das?
Ist es eigentlich peinlich, mit den Vätern auf der Bühne zu stehen?
Warum habt ihr eure Väter mit auf die Bühne genommen und nicht die Mütter?

Die junge Jury erfuhr weiterhin, dass der Name She She Pop von der Band ZZ Top kommt, das Stück »Testament« entstand, weil She She Pop sich eine möglichst schwere Aufgabe stellen wollten und dass sie tatsächlich ein Stück mit ihren Müttern gemacht haben. Als die Jury Fanny eine Frage stellte, fragte diese zurück: »Fragt ihr das mich persönlich oder als She She Pop?« Große Fragezeichen in den Augen der Jury. Was meint Fanny bloß damit?

Vielen Dank She She Pop!

DIE PATENKLASSE: DER KAMPF MIT DER KUNST!

Die 25 Schüler*innen der 7a des Schillergymnasiums haben einen Ausflug in die Ausstellung »Das Glücksprinzip« in der ehemaligen JVA unternommen: zeitgenössische Kunst soweit die Flure führen. Zum Glück gab’s eine Sonderführung von Konstantin Bayer, Kurator der Ausstellung, denn Erfahrung mit zeitgenössischer Kunst hatte kaum jemand.
Bis jetzt! Die Patenklasse hat die Kunst gepackt! Und so wurden eindrücklichste Werke diskutiert, ausgewählt und auf das Thema unserer Workshopwoche »Kampf« hin untersucht. Seht hier die Favoriten der Schüler*innen und ihre Interpretation des jeweiligen Kampfmoments darin – in Standbildern und selbst verfassten Texten.

Hier auch – Installation von Benedikt Braun 
Hier auchHier auch Weiterlesen

Patenklasse rocks the House!

Das Kunstfest Weimar hat in diesem Jahr erstmals eine Patenklasse. Seit Dienstag bevölkern die 25 Schüler*innen der 7a des Schiller-Gymnasiums die Räume der Other Music Academy. Wer darf sich wo umziehen? Wo gibt’s einen Garten? Wann ist Pause? Darf ich mir das Video über Muhammad Ali mal ausleihen? Wer macht mir meinen linken Boxhandschuh zu?

Auch mit ihnen nähern wir uns dem Thema Kampf, allerdings ganz anders als mit dem Jugendclub. Da wir nicht auf eine öffentliche Präsentation hinarbeiten, sondern das Ergebnis eine filmische Dokumentation wird, nehmen wir uns viel Zeit: fürs Boxtraining, für Spiele, Standbilder, Texte und für unsere Erlebnisse mit zeitgenössischer Kunst, die beim Kunstfest gezeigt wird.